2022

6.8.22 Vorstellung des Wassermanagements

Wassermanagement - Permakultur Gemüsegarten bei Zeit für Auszeit

Ein wichtiges Element im Gartenbau ist die Bewässerung. Aber woher nehmen wir das Wasser? Wasser, was auf dieser Erde an ganz vielen Ort fehlt?
Leitungswasser kommt auf keinen Fall in Frage. Ich habe mich auch dagegen entschieden einen Brunnen zu bohren. Zum einen ist hier eine zuverlässig wasserführende Schicht erst sehr tief, ab 20 Meter zu finden… wenn frau Glück hat.
Also sammele ich Regenwasser. Auf dem Gelände mit dem Gemüsegarten darf ich als Nicht-Erwerbsbauer keine Gebäude errichten, also auch keine Fläche zum Regenwasser sammeln.
Aber es gibt ja mein Wohnhaus und das Gästehaus.Hier befinden sich an 4 Fallrohren, die von großen Dachflächen kommen, IBC Container, die jeweils 1000 Liter fassen. Das ist Gieswasser für Blumenrabatten usw. Wenn der IBC Container voll ist, git es einen automatischen Überlauf in unterirdische KB Rohre, die in eine unterirdische Regenwasserzisterne münden. Diese hat in zwei Kammern ein gesamt Fassungsvolumen von 12.000 Liter. In der Regenwasserzisterne befindet sich eine Tauchpumpe, mit der ich über Schläuche zwei IBC -Container füllen kann, die direkt beim Gemüsegarten plaziert sind. Das Wasser kann hier vorwärmen und dann gieße ich damit per Gieskanne mein Gemüse.
Der Überlauf der Regenwasserzisterne gelangt in einen Sickerteich. Keine Folie, nur unsere Lehmschicht in ca. 1m Tiefe verlangsamt das Versickern. Der Teich liegt in direkter Nähe zum Gemüsegarten. Solange der Teich noch nicht ausgetrocknet ist, kann ich von dort mit Hilfe einer Tauchpumpe über einen Schlauch die größeren Gemüsepflanzen wie Tomaten und Gurken bewässern.
Auch der Teich hat einen Überlauf über eine Staustufe, da der Wasserstand nicht zu hoch sein darf, da meine Vollbiologische Klärgrube hier ihr Klarwasser ableitet und es zu keinem Rücklauf kommen darf. Ein Graben führt das Wasser direkt in die Drainage der angrenzenden Felder.
Zuerst hatte ich nur eine Regenwasserzisterne mit 6.000 Liter Fassungsvermögen. Im Sommer 2021 hat sich heraus gestellt, dass das zu wenig war. Die insgesamt 11.000 Liter (5.000 Liter in IBC Containern und 6.000 Liter in der Zisterne) waren schnell erschöpft, da in diesem Sommer garkein Niederschlag viel. Deshalb habe ich eine zusätzliche Zisterne in Reihe schalten lassen.
-> Hier eine Grafik, die die gesamte Wasserführung schematisch zeigt.
Noch ein Detail zu den IBC Containern, das langsam zu einem funktionsfähigen System herangereift ist: Im Winter kann ich das T-Stück oberhalb der Container so umstellen, dass das Regenswasser aus den Fallrohren direkt in die unterirdischen Leitungen gelangt. So kann ich die IBC Container ablassen und winterfest machen. Dazu dient ein Ventil. Das Umstecken von Rohren und Knicken war umständlich und leider absolut nicht sturmtauglich. Ich war ständig dabei, irgendwas zu flicken.
Ich bin gespannt, ob diese Menge nun endlich reicht. in diesem Sommer hatten wir Glück, dass immer wieder mal starke Regenfälle die Ibc Container und dann auch die Zisterne gefüllt haben. Es ist ein sehr gute Gefühl, immer ausreichend Wasser zur Verfügung zu haben.

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    Wassermanagement - Gemüseanbau bei Zeit für Auszeit
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