Ein Alltags-Auszeit-Tagebuch

Hier will ich ein kleines Tagebuch schreiben, sicherlich nicht täglich, aber immer dann, wenn etwas geschieht: Wichtiges wie Unwichiges. Achtsamkeit walten lassen, das Kleine sehen, das Bemerkenswerte im Alltag erkennen. Die Inseln der Klarheit sollen hier festgehalten werden.

15.7.18 - endlich der ersehnte Regen

Es regnet nun seit 2 Tagen langsam und ergiebig. Die Natur ist erfrischt, sogar die Geräusche scheinen entstaubt und klarer zu sein. Der Boden ist feucht, anscheinend sogar so sehr, dass ein Storch meinen Rasen als Feuchtgebiet definiert und vor meinem Wohnzimmerfester auf Suche nach Fröschen geht.
Alles atmet auf… ich auch. Die Erinnerung an den Brand ist noch sehr nah.

7.7.18 - Ein Ergebnis der Dürre

Heute war ein heßer Tag, sehr heiß. Auf dem Feld hinter unserem Haus entstand ein Feldbrand. Der starke Wind hat es schnell ausgebreitet. Dank all der Feuerwehrleute, die hier 4 Stunden tolle Arbeit geleistet haben, sind keine Häuser, Menschen oder Tiere zu schaden gekommen. Aber es hätte nicht viel gefehlt, der Wind hätte nur aus einer etwas anderen Richtung blasen müssen, wäre mein Haus vielleicht betroffen gewesen.
Es ist eine Illusion, dass irgendetwas, von dem, was wir besitzen, von Bestand ist. Es tut gut, dass mich dieses Feuer so deutlich daran erinnert.

15.6.18 - Celina hat sich entschieden

Celina ist nun meine Katze – oder ich ihr Frauchen. Sie war über eine Woche hier auf Anwesen, ohne dass ich sie gefüttert habe. Nun ist sie wirklich hier zu Hause. Ein feundliches, zurückhaltendes Wesen. Ich habe garnicht bemerkt, wie nach dem Tod von Felix etwas gefehlt hat. Es tut gut wieder diese bedingungslose Hingabe einer Katze zu spüren, die sich auf mir zusammenrollt und schnurrt.
Nachtrag: 25.6.18: Nach einem Besuch beim Tierarzt weiß ich nun, weshalb Celina so viel frisst: Sie ist trächtig. Ok, ich werde also bald Katzenoma. Etwas ganz Neues für mich. Das Universum hält immer wieder Überraschungen bereit, das hätte ich mir nicht freiwillig gewöhlt.

25.4.2018 - Ein Stück Land für Permakultur

Ich habe ein Stück Land neben meinem Anwesen erworben, auf dem ich Gemüse anbauen mag. Und ich werde das in Form der Permakultur versuchen. Ich habe bisher keine Ahnung davon – aber da ich auch keine Ahnung von “normalem” Gartenanbau habe, kann ich auch das versuchen – im September gehe ich erstmal auf ein Seminar.
Ich mag auch in diesem Bereich meinen Lebens den Kampf aufgeben – oder garnicht erst beginnen: Gegen Schnecken, gegen Mäuse, gegen Rehe, die alle gerne die Pflanzen anknabbern. Daher scheint mir der Anbau als Permakultur zu passen… mal sehen was daraus wird.

10.3.2018 - Vorhang zu

Unser Meditationsraum hat nun einen Vorhang, um für schamanische Reisen oder Massagen ein noch geschützteres Gefühl zu geben. Es ist ein völlig neues Raumgefühl entstanden. Es geht immer einen Schritt weiter hier.

Weihnachten und Neujahr 2017

Das erste Mal sind dieses Jahr Gäste über Weihnachten und Neujahr im Gästehaus eingezogen. Es freut mich sehr, dass auch andere Menschen noch diesem Rummel, der so völlig der ruhigen Zeit im Jahresrhythmus der Natur widerspricht, entgehen möchten.

5.9.2017 - Schreiadler, ein seltener Gast

Schreiadler

Heute Abend war er wieder da, ein Schreiadler. Ich hab ihn das erste Mal letzten Herbst hier gesehen. Hier lebt ein Exemplar der in Deutschland sehr seltenen Greifvogelart. Das Feld nebenan ist gerade abgeerntet worden und so hat der Schreiadler ein gutes Jagdgebiet für seine Mäusejagd. Er jagdt nämlich im Laufen! Es ist faszinierend zu beobachten, gleich nebenan.
Nachtrag: Ich habe gerade vom Beauftragten des Naturschutzgebietes Anklamer Stadtbruch, Herrn Hoffmann, erfahren, dass es wohl eher eine sehr helle Ausführung (Morphe) eines Mäusebussards gewesen war. So einen hellgefärbten Schreiadler gibt es nicht. Wie auch immer, es macht einfach nur Freude aus dem Wohnzimmerfenster zu beobachten…. quasi hautnah.

5.8.2017 - die einen gehen, die anderen kommen

Kraniche

Unsere Mutter-Kind-Stube der Fledermäuse hat sich aufgelöst. Die Fledermäuse sind ausgezogen. Ich werde das Fiepsen am Tag und das Schwirren in der Nacht vermissen. (Übrigens: Von Arte gibt es einen so tollen Film über die Fledermäuse, sehr zu empfehlen: www.youtube.com/watch?v=DGoLYbZDCZw)
Dafür sind die Kraniche bereits wieder da. Kleinfamilien mit ein bis zwei Jungvögeln sind wieder auf dem Feld nebenan. Kleinere pfeilförmige Formationen zieren wieder den Himmel, üben für den Flug gen Süden. Es wird Herbst…. vom Gefühl her viel zu früh.

3.8.2017 - Wasserdost-Tinktur

Wasserdost Tinktur-Ansatz

Auch dieses Jahr habe ich mir Wasserdost-Tinktur angesetzt. Sie bewahrt mich jeden Winter vor Schnupfen und Erkältung. Mein ganz persönliches Heilmittel wächst in meinem Garten und wartet darauf, seine Wirkung zu entfalten. Wie viele Dinge warten noch darauf von mir entdeckt zu werden?

20.7.2017 - Dumme Jungfledermäuse

Fledermaus - jung und unerfahren

Bei mir wohnen Fledermäuse unter der Holzverschalung meines Hauses. Jedes Jahr ist hier eine Mutter-Kind-Stube. Und jetzt beginnen die jungen Fledermäuse ihre ersten Ausflüge…. und müssen noch viel lernen. Z.B. dass man bei Dämmerung wieder zurück in seinen Bau fliegt. Klappt aber noch nicht immer, so dass gerade kleine Fledermäuse tagsüber auf dem Boden rumkrabbeln oder an der Hauswand hängen. Wenn dort die Sonne hinzukommen droht, setzen wir sie immer in den Schatten. Irgendwann werden sie es auch lernen.

30.6.17 - ein wässriger Freitag

Es regnet heftig, sintflutartig. Meine Gästin kommt und sagt mir, dass da Wasser an der Decke des Gästehauses ist. Es tropft! Eigentlich eine Katastrophe, aber just an diesem Vormittag hat sich ein neuer Kunde in meinem Grafikbüro angemeldet, ist gerade da als ich die Nachricht erhalte. Und er ist Handwerker, versteht sich auf Dächer. Solange ich seinen eiligen Auftrag erledige, kümmert er sich um mein Dach. Hilfe ist da, wenn ich sie brauche. Es ist ein so behütes Gefühl, ich mag es mir bewahren…. ich vergesse es immer wieder mal, dieses Eingebettet-Sein im Leben.

26.6.17 - Warnungen

Ich komme von einem Selbsterfahrungsseminar. Dort in einer inneren Reise, begleitet von meiner inneren Wahrheit, habe ich eine Warnung mitbekommen. Ich soll weniger tun, mehr schlafen, einfach mal die Hände in den Schoss legen. Es gäbe auch drastische Möglichkeiten, damit ich dahin komme. Ich bin bedrückt, ich kenne diesen Zustand gut. Ich will niemals wieder dorthin.
Als heute Abend die Teilnehmerinnen meiner Meditationsgruppe zu mir kommen, hat eine einen Gips am Arm. Das Handgelenk ist gebrochen. Ich sehe die Warnung nochmals deutlicher vor Augen: ja, dann könnte ich wirklich nichts mehr tun. Ich nehme die Warnung erst …. und gebe Ruhe…. etwas mehr.

16.6.17 - wo Fuschs und Hase....

Fuchs - Komposthaufen-Kontrollgang

Heute ist schon der dritte Tag, an dem mich ein junger Fuchs besucht. Nun, nicht mich, aber meinen Komposthaufen. Er scheint die Karottenstücke zu lieben, die ich dort hingebracht habe. Er bleibt lange am gedeckten Gemüsetisch. Es sind nur ein paar Meter zu meinem Wohnzimmerfenster…. alles ist so nah hier. Es ist ein in der Natur leben, auch wenn ich im Haus bin. Hier ist die Grenze zwischen Innen und Aussen manchmal sehr dünn.