Ein Alltags-Auszeit-Tagebuch

Hier will ich ein kleines Tagebuch schreiben, sicherlich nicht täglich, aber immer dann, wenn etwas geschieht: Wichtiges wie Unwichiges. Achtsamkeit walten lassen, das Kleine sehen, das Bemerkenswerte im Alltag erkennen. Die Inseln der Klarheit sollen hier festgehalten werden.

5.9.2017 - Schreiadler, ein seltener Gast

Schreiadler

Heute Abend war er wieder da, ein Schreiadler. Ich hab ihn das erste Mal letzten Herbst hier gesehen. Hier lebt ein Exemplar der in Deutschland sehr seltenen Greifvogelart. Das Feld nebenan ist gerade abgeerntet worden und so hat der Schreiadler ein gutes Jagdgebiet für seine Mäusejagd. Er jagdt nämlich im Laufen! Es ist faszinierend zu beobachten, gleich nebenan.
Nachtrag: Ich habe gerade vom Beauftragten des Naturschutzgebietes Anklamer Stadtbruch, Herrn Hoffmann, erfahren, dass es wohl eher eine sehr helle Ausführung (Morphe) eines Mäusebussards gewesen war. So einen hellgefärbten Schreiadler gibt es nicht. Wie auch immer, es macht einfach nur Freude aus dem Wohnzimmerfenster zu beobachten…. quasi hautnah.

5.8.2017 - die einen gehen, die anderen kommen

Kraniche

Unsere Mutter-Kind-Stube der Fledermäuse hat sich aufgelöst. Die Fledermäuse sind ausgezogen. Ich werde das Fiepsen am Tag und das Schwirren in der Nacht vermissen. (Übrigens: Von Arte gibt es einen so tollen Film über die Fledermäuse, sehr zu empfehlen: www.youtube.com/watch?v=DGoLYbZDCZw)
Dafür sind die Kraniche bereits wieder da. Kleinfamilien mit ein bis zwei Jungvögeln sind wieder auf dem Feld nebenan. Kleinere pfeilförmige Formationen zieren wieder den Himmel, üben für den Flug gen Süden. Es wird Herbst…. vom Gefühl her viel zu früh.

3.8.2017 - Wasserdost-Tinktur

Wasserdost Tinktur-Ansatz

Auch dieses Jahr habe ich mir Wasserdost-Tinktur angesetzt. Sie bewahrt mich jeden Winter vor Schnupfen und Erkältung. Mein ganz persönliches Heilmittel wächst in meinem Garten und wartet darauf, seine Wirkung zu entfalten. Wie viele Dinge warten noch darauf von mir entdeckt zu werden?

20.7.2017 - Dumme Jungfledermäuse

Fledermaus - jung und unerfahren

Bei mir wohnen Fledermäuse unter der Holzverschalung meines Hauses. Jedes Jahr ist hier eine Mutter-Kind-Stube. Und jetzt beginnen die jungen Fledermäuse ihre ersten Ausflüge…. und müssen noch viel lernen. Z.B. dass man bei Dämmerung wieder zurück in seinen Bau fliegt. Klappt aber noch nicht immer, so dass gerade kleine Fledermäuse tagsüber auf dem Boden rumkrabbeln oder an der Hauswand hängen. Wenn dort die Sonne hinzukommen droht, setzen wir sie immer in den Schatten. Irgendwann werden sie es auch lernen.

30.6.17 - ein wässriger Freitag

Es regnet heftig, sintflutartig. Meine Gästin kommt und sagt mir, dass da Wasser an der Decke des Gästehauses ist. Es tropft! Eigentlich eine Katastrophe, aber just an diesem Vormittag hat sich ein neuer Kunde in meinem Grafikbüro angemeldet, ist gerade da als ich die Nachricht erhalte. Und er ist Handwerker, versteht sich auf Dächer. Solange ich seinen eiligen Auftrag erledige, kümmert er sich um mein Dach. Hilfe ist da, wenn ich sie brauche. Es ist ein so behütes Gefühl, ich mag es mir bewahren…. ich vergesse es immer wieder mal, dieses Eingebettet-Sein im Leben.

26.6.17 - Warnungen

Ich komme von einem Selbsterfahrungsseminar. Dort in einer inneren Reise, begleitet von meiner inneren Wahrheit, habe ich eine Warnung mitbekommen. Ich soll weniger tun, mehr schlafen, einfach mal die Hände in den Schoss legen. Es gäbe auch drastische Möglichkeiten, damit ich dahin komme. Ich bin bedrückt, ich kenne diesen Zustand gut. Ich will niemals wieder dorthin.
Als heute Abend die Teilnehmerinnen meiner Meditationsgruppe zu mir kommen, hat eine einen Gips am Arm. Das Handgelenk ist gebrochen. Ich sehe die Warnung nochmals deutlicher vor Augen: ja, dann könnte ich wirklich nichts mehr tun. Ich nehme die Warnung erst …. und gebe Ruhe…. etwas mehr.

16.6.17 - wo Fuschs und Hase....

Fuchs - Komposthaufen-Kontrollgang

Heute ist schon der dritte Tag, an dem mich ein junger Fuchs besucht. Nun, nicht mich, aber meinen Komposthaufen. Er scheint die Karottenstücke zu lieben, die ich dort hingebracht habe. Er bleibt lange am gedeckten Gemüsetisch. Es sind nur ein paar Meter zu meinem Wohnzimmerfenster…. alles ist so nah hier. Es ist ein in der Natur leben, auch wenn ich im Haus bin. Hier ist die Grenze zwischen Innen und Aussen manchmal sehr dünn.